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ZENMA Magazin

Ceremonial Matcha – Was bedeutet das eigentlich?

· Zenma Admin

Ceremonial Matcha – Was bedeutet das eigentlich?

Ceremonial Grade“ gilt oft als Zeichen für hochwertigen Matcha. Doch der Begriff ist nicht offiziell definiert. Was steckt dahinter – und welcher Matcha passt zu dir?

Was ist Ceremonial Matcha?

Ceremonial Matcha bezeichnet im Handel meist Matcha, der für die Zubereitung mit Wasser und den puren Genuss gedacht ist. Dabei steht der Eigengeschmack des Tees im Mittelpunkt – von seiner feinen Aromatik über Umami bis hin zu Bitterkeit und Nachgeschmack.

Wichtig zu wissen: „Ceremonial Grade“ ist keine einheitlich festgelegte offizielle Qualitätsstufe. Es gibt keine allgemein verbindliche Definition, die genau vorschreibt, welche Eigenschaften ein Matcha erfüllen muss, um diese Bezeichnung zu tragen. Verschiedene Marken können den Begriff deshalb unterschiedlich verwenden.

Das bedeutet nicht, dass es keine Qualitätsunterschiede gibt. Es bedeutet vielmehr, dass die Bezeichnung allein wenig darüber aussagt, wie ein Matcha tatsächlich schmeckt oder hergestellt wurde.

Wenn du mehr über Matcha selbst, seine Herstellung und seine Besonderheiten erfahren möchtest, findest du die Grundlagen in unserem Was ist Matcha?


Woran erkennt man guten Matcha?

Die Qualität von Matcha wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst – unter anderem durch die Ernte, den Anbau und die Verarbeitung. Ein paar Angaben helfen dir, einen Matcha besser einzuschätzen.

Ernte: Häufig wird für hochwertige Matcha-Produkte die erste Ernte des Jahres verwendet, auf Japanisch Ichibancha. Die jungen Teeblätter werden im Frühjahr geerntet und können eine ausgeprägte Frische und ein ausgewogenes Aroma entwickeln. Die erste Ernte ist ein hilfreicher Anhaltspunkt, aber allein noch keine Garantie für höchste Qualität.

Beschattung: Vor der Ernte werden die Teepflanzen für einen bestimmten Zeitraum beschattet. Das beeinflusst die Entwicklung der Blätter und kann zu einer intensiveren grünen Farbe und einem ausgeprägteren Umami beitragen.

Verarbeitung und Mahlung: Auch die Verarbeitung und Vermahlung beeinflussen die Qualität von Matcha. Bei der traditionellen Steinvermahlung wird besonders langsam gemahlen, um Reibungswärme zu reduzieren, die Farbe und feine Aromen beeinträchtigen kann. Eine Steinmühle produziert oft nur etwa 30–40 Gramm pro Stunde. Die geringe Produktionsmenge ist ein Grund für den höheren Preis.

Ein leuchtendes Grün kann auf eine gute Beschattung und junge Teeblätter hinweisen, ist allein jedoch kein verlässlicher Maßstab für die Qualität. Auch Bitterkeit bedeutet nicht automatisch, dass ein Matcha minderwertig ist. Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Aromen.

Letztlich zählt das Gesamtbild: die verfügbaren Produktinformationen, die Verarbeitung und vor allem die Frage, ob dir der Matcha in der Zubereitung schmeckt, für die du ihn verwenden möchtest.

Welcher Matcha passt zu welchem Zweck?

Matcha zum puren Trinken

Wenn du Matcha nur mit Wasser zubereitest, schmeckst du seine Eigenschaften besonders unmittelbar. Florale oder nussige Aromen, Umami, Bitterkeit und der Nachgeschmack kommen ohne Milch oder andere Zutaten zur Geltung.

Hier lohnt es sich, auf einen ausgewogenen Geschmack und eine angenehme Textur zu achten. Matcha, der für diesen Zweck angeboten wird, wird im Handel häufig als Ceremonial Matcha bezeichnet.

Matcha für Latte

Bei einem Matcha Latte verändert die Milch das gesamte Geschmacksbild. Je nach Matcha können Bitterkeit und herbe Noten deutlicher hervortreten.

Eine Bitterkeit und kräftige Aromen sind nicht automatisch ein Zeichen für eine schlechtere Qualität. Ein Matcha für Latte sollte vor allem genug Eigenaroma mitbringen, damit der typische Teegeschmack auch mit Milch oder Haferdrink erhalten bleibt.

Ob Kuhmilch oder Oatly besser zu deinem Matcha passt und wie sich die verschiedenen Optionen auf den Geschmack auswirken, erfährst du in unserem Beitrag Matcha mit Oatly oder Milch?.

Matcha zum Kochen und Backen

Matcha für Desserts, Gebäck oder andere Speisen wird häufig als Culinary Matcha bezeichnet. Er zeichnet sich oft durch ein kräftiges Tee-Aroma sowie eine ausgeprägte Bitterkeit und Adstringenz aus. Dadurch bleibt sein Geschmack auch in Kombination mit Zucker, Milch oder Sahne deutlich wahrnehmbar.

Für Kuchen, Eis und andere Desserts kann ein solcher Matcha ideal sein.  Aufgrund seiner intensiveren Bitterkeit und Adstringenz empfehlen wir ihn jedoch weder zum puren Trinken noch für die Zubereitung eines Matcha Latte.

Auch Culinary Matcha ist keine weltweit einheitlich definierte Qualitätsstufe, sondern eine Bezeichnung für einen bestimmten Verwendungszweck.

Ist Ceremonial Matcha immer besser?

Man hört oft, dass Matcha zwar intensiv grün aussieht, aber kaum nach Tee schmeckt. Das muss kein Widerspruch sein: Matcha für den puren Genuss muss nicht unbedingt kräftig oder bitter schmecken.

Seine Stärke liegt oft in einer feinen, ausgewogenen Aromatik – wie Seide, die man Schluck für Schluck entdeckt. Mit Milch oder Haferdrink können diese feinen Nuancen jedoch in den Hintergrund treten, sodass der Latte weniger intensiv oder sogar etwas wässrig schmeckt.

Deshalb kommt es auf den Verwendungszweck an: Für den puren Genuss eignet sich ein feines, ausgewogenes Profil, während ein Matcha Latte oft von einem kräftigeren Tee-Aroma profitiert.

Ceremonial Grade kann eine erste Orientierung bieten, ist aber kein einheitlich definierter Qualitätsmaßstab. Entscheidend ist, welcher Matcha zu deinem Geschmack und deiner Zubereitung passt.

Welcher Matcha passt zu dir?

Bei Zenma findest du zwei Matcha-Sorten mit unterschiedlichen geschmacklichen Charakteren: NAGI aus Japan und LÁN aus China. Beide stammen aus der ersten Ernte und wurden mehr als 21 Tage vollständig beschattet. Ihre Herkunft, Kultivare und Verarbeitung unterscheiden sich jedoch – und damit auch ihre geschmackliche Ausrichtung.

NAGI – Floral und ausgewogen

NAGI stammt aus Shizuoka und Kagoshima in Japan. Der Matcha vereint vier Kultivare: Okumidori, Saemidori, Saeakari und Tsuyuhikari.

Geschmacklich stehen ein florales Aroma, eine feine Teenote und dezentes Umami im Vordergrund.

Ideal sowohl für den puren Genuss als Usucha mit 2 g Matcha und 150 ml Wasser als auch für einen Matcha Latte mit 3 g Matcha, 60 ml Wasser, 150 ml Milch oder Haferdrink und Eiswürfeln nach Geschmack.

LÁN – Nussig und cremig

LÁN stammt aus Jiangsu in China und wird aus einem einzelnen Kultivar, Zhongcha, hergestellt. Auch dieser Matcha stammt aus der ersten Ernte und wird mehr als 21 Tage vollständig beschattet. Mit einer angegebenen Mahlfeinheit von 1200 Mesh wird er ultrafein vermahlen.

Sein Charakter ist nussig-röstig mit einer feinen Teenote. Die samtige Textur und eine besonders cremige, ausgewogene Bitterkeit prägen das Geschmackserlebnis.

Ideal für einen cremigen Matcha Latte mit 3 g Matcha, 60 ml Wasser und 150 ml Milch oder Haferdrink. Wenn du eine leichte Bitterkeit magst, kannst du LÁN auch pur genießen.

Zwei unterschiedliche Charaktere – welcher ist deiner?

Ob du dich für NAGI oder LÁN entscheidest, hängt nicht allein von der Herkunft oder einer Qualitätsbezeichnung ab. Beide Matcha-Sorten haben ihren eigenen Charakter. Überlege, welche Aromen du bevorzugst und wie du deinen Matcha am liebsten zubereitest.

Denn am Ende geht es nicht darum, den Matcha mit dem vermeintlich höchsten Grade zu finden, sondern denjenigen, der am besten zu deinem Geschmack und deinem Alltag passt.

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